Fachausdrücke erklärt:
Akute respiratorische Erkrankungen (ARE) sind definiert als Pharyngitis, Bronchitis oder
Pneumonie mit oder ohne Fieber.
Der Praxisindex stellt die über alle Praxen gemittelte relative Abweichung der beobachteten
akuten respiratorischen Erkrankungen (ARE) gegenüber einem für jede Praxis ermittelten
"Normalniveau" dar. Unterschiede, die durch Praxisspezialisierung (Pädiater, Internisten,
Allgemeinärzte), Praxisgröße, etc. verursacht sind, werden dadurch reduziert und
räumliche Vergleiche unterstützt. Eine normale ARE-Aktivität (Hintergrund) wird beim
Praxisindex bis zu Werten von 115 angenommen. Um Weihnachten und den Jahreswechsel
herum können die regionsspezifischen Kurven etwas überzeichnet sein, da der Praxisindex
in diesem Zeitraum auch ohne Veränderung der Morbidität etwas ansteigt.
- Uphoff, H.: Der Praxisindex als eine Größe für regionale
Betrachtungen der Influenza-Aktivität
Die Konsultationsinzidenz ist die berechnete wöchentliche Anzahl von ARE-Ersterkrankungen,
die bei einem Arzt zur Vorstellung kommen, bezogen auf die Bevölkerung. Die ARE-Konsultationsinzidenz
ist schon auf dem Hintergrundniveau (d. h. außerhalb der Influenzawelle) sehr stark
altersabhängig und wird angegeben als Anzahl der in den Arztpraxen gesehenen ARE
pro 100.000 Bevölkerung der jeweiligen Altersgruppe. Dabei wird die beobachtete
Zahl der ARE-Konsultationen mit der geschätzten von den Sentinelpraxen betreuten
Bevölkerung in Beziehung gesetzt und auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet.
- Uphoff, H.; Stilianakis, N.: Ein Ansatz zur bevölkerungsbezogenen
Auswertung der deutschen Influenza-Sentineldaten. Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch
- Gesundheitsschutz 2000 · 43:796–801
- Uphoff, H. et al.: Zur Schätzung der Konsultationsinzidenz
akuter respiratorischer Erkrankungen aus Praxisdaten. Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch
- Gesundheitsschutz 2004 · 47:279–287
Die Positivenrate ist der Anteil an Rachenabstrichen unter den vom NRZ untersuchten
Proben, bei denen Influenzaviren nachgewiesen wurden. Die Positivenrate ist (bei
einer ausreichend großen Anzahl eingesandter Proben) ein guter Hinweis zur Sicherheit
einer klinischen Diagnose bei Patienten mit typischer Grippesymptomatik. Häufig
wird eine zunehmende Positivenrate vor einem signifikanten Anstieg der Erkrankungszahlen
beobachtet und dann als „bedeutsame“ Viruszirkulation bezeichnet. Die Positivenrate
wird in den Abbildungen für Gesamt-Deutschland sowie für die einzelnen AGI-Regionen
täglich und auch für die angebrochene Woche aktualisiert. Die für die Großregionen
in der Tabelle auf der Homepage errechnete Positivenrate wird für die über der Tabelle
angegebene Woche errechnet. Auch diese Ergebnisse werden täglich aktualisiert, so
dass auch später eingehende Laborergebnisse in der Berechnung berücksichtigt werden
können.
Beträgt die Anzahl der Proben 10 oder weniger, so wird die Positivenrate in der
Tabelle und in den Diagrammen nicht dargestellt.
Dem Gesundheitsamt wird gemäß § 7 Abs. 1 Nr. 24 IfSG der direkte Nachweis von Influenzaviren
namentlich gemeldet. Dazu gehören auch in ärztlichen Praxen durchgeführte Schnelltests.
Darüber hinaus stellt das Gesundheitsamt gemäß § 25 Abs. 1 IfSG ggf. eigene Ermittlungen
an.
Eine Viruszirkulation wird als bedeutsam bezeichnet, wenn die
Positivenrate (berechnet aus den NRZ-Proben) Werte erreicht, die erfahrungsgemäß
eine Erkrankungswelle durch Influenza (gemessen anhand der ARE-Erkrankungsaktivität)
"ankündigt", oder wenn eine solche Influenzawelle die entsprechenden Großregionen
bereits erfasst hat. Insbesondere zu Beginn der Influenzasaison kann die
bedeutsame Viruszirkulation ein wichtiger Frühindikator für eine sich in Kürze abzeichnende
Erkrankungswelle sein.
Praxisindex und Viruszirkulation werden für die vier AGI-Großregionen und Deutschland
auf der Hauptseite in einer Übersichtstabelle dargestellt und bewertet.
Die Bewertung erfolgt nach dem folgenden Schema:
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Praxisindex/ARE-Aktivität |
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Viruszirkulation
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<116
nicht erhöht |
116 - 135
geringfügig erhöht |
136 - 155
moderat erhöht |
156 - 180
deutlich erhöht |
> 180
stark erhöht |
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keine
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Nachweis keiner oder einzelner Influenzaviren ohne Auswirkung auf die ARE-Aktivität
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Wahrscheinlich nicht mit Influenza in Verbindung stehende Erhöhung der ARE-Aktivität
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mind. ein Nachweis in den letzten 5 Wochen
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Nachweise in den letzten 5 Wochen
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Vermehrt nachgewiesene Influenzaviren ohne Auswirkung auf die ARE-Aktivität
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Gering erhöhte Influenza-Aktivität
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Moderat erhöhte Influenza-Aktivität
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Deutlich erhöhte Influenza-Aktivität
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Stark erhöhte Influenza-Aktivität
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mehr als 10 Nachweise in der Berichtswoche
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Deutliche VZ bei nicht erhöhter ARE-Aktivität
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Nachweise in den letzten 5 Wochen und mehr als 10 Nachweise in der Berichtswoche
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Anhaltende und deutliche VZ bei nicht erhöhter ARE-Aktivität
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Die AGI teilt Deutschland in 12 Regionen auf. Dabei entspricht ein Bundesland einer
AGI-Region; da jedoch das Saarland sowie die 3 Stadtstaaten Berlin, Hamburg und
Bremen als eigene geographische Einheit zu klein sind, um die routinemäßig erstellten
Abbildungen in ausreichender Auflösung darzustellen, werden diese 4 Bundesländer
den ihnen angrenzenden oder sie umschließenden Bundesländern zugeordnet. Daraus
entstanden die 4 AGI-Regionen Rheinland-Pfalz/Saarland, Brandenburg/Berlin, Schleswig-Holstein/Hamburg
und Niedersachsen/Bremen.
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Süden:
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Bayern, Baden-Württemberg
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Mitte (West):
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Rheinland-Pfalz/Saarland, Hessen, Nordrhein-Westfalen
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Norden (West):
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Niedersachsen/Bremen, Schleswig-Holstein/Hamburg
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Osten:
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Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen
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