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Charakterisierung der zirkulierenden Viren und Übereinstimmung mit den im Impfstoff enthaltenen Stämmen

Die in Deutschland isolierten Influenzaviren werden auf antigener und genetischer Ebene charakterisiert, um ihre Ähnlichkeit mit aktuellen Impfstämmen zu untersuchen und das Auftreten neuer Varianten zu erfassen.

Für die Saison 2016/17 sind folgende Stämme im Impfstoff enthalten:

a) Trivalente Impfstoffe

  • ein A/California/7/2009 (H1N1)pdm09-like Virus
  • ein A/Hong Kong/4801/2014 (H3N2)-like Virus
  • ein B/Brisbane/60/2008-like Virus (B/Victoria-Linie)

b) Tetravalente Impfstoffe

enthalten neben den oben aufgeführten drei Stämmen noch ein B/Phuket/3073/2013-like Virus, das die Yamagata-Linie repräsentiert.

Charakterisierung der während der Saison 2016/17 zirkulierenden Viren

Influenza A(H1N1)pdm09-Viren

Influenza A(H1N1)pdm09-Viren wurden in dieser Saison nur ganz sporadisch nachgewiesen und stellen mit 13 Isolaten 1% aller bisher charakterisierten Influenzaviren dar. Diese Viren sind dem Impfstamm A/California/7/2009 noch recht ähnlich. Sie reagieren jedoch vergleichsweise besser mit dem Immunserum gegen den Referenzstamm A/Michigan/45/2015, der neuen H1N1-Komponente im Impfstoff für die Südhalbkugel 2018. Genetische Analysen bestätigen die sehr enge Verwandtschaft der aktuellen H1N1-Viren mit dem Stamm A/Michigan/45/2015. Diese Viren sind in die Gruppe 6B1-Viren einzuordnen, die sich in der vergangenen Saison 2015/16 etabliert hat. Die schon seit einigen Jahren beobachtete genetische Drift verglichen zum Stamm A/California/7/2009 wird nun auch durch eine Antigendrift begleitet. Daher wurde der Stamm A/Michigan/45/2015 auch als H1N1-Komponente für den Impfstoff der kommenden Saison 2017/18 empfohlen.

Influenza A(H3N2)-Viren

Influenza A(H3N2)-Viren dominieren die Saison 2016/17 von Anfang an. Sie stellen mit 974 Stämmen 93% aller isolierten und charakterisierten Influenzaviren dar. Wie bereits in der vorangegangenen Saison, so wurde auch 2016/17 wieder eine Ko-Zirkulation von zwei genetisch differenten Varianten beobachtet. Die Gruppe der 3C.2a-Viren mit dem Referenzstamm A/Hong Kong/4801/2014 war schon in der letzten Saison zu 56% vertreten. Aus den 3C.2a-Viren entwickelte sich eine neue Gruppe von H3N2-Viren, die durch die Aminosäuresubstitutionen N171K (HA1-Bereich) und I77V, G155E (HA2-Bereich) charakterisiert ist. Repräsentant dieser neuen Gruppe der 3C.2a1-Viren ist der Stamm A/Bolzano/7/2016. In dieser Saison konnten nicht alle isolierten H3N2-Viren im Hämagglutinationshemmtest untersucht werden, da die überwiegende Mehrzahl dieser Viren keine Erythrozyten agglutiniert. Daten zum antigenen Profil liegen für etwa ein Drittel der isolierten H3N2-Viren vor. Unsere Analysen ergaben, dass die Mehrzahl der untersuchten H3N2-Viren besser mit dem Immunserum gegen einen Stamm aus der Gruppe der 3C.2a1-Viren reagiert im Vergleich zum Stamm A/Hong Kong/4801/2014. Die genetische Analyse von 294 A(H3N2)-Viren belegt, dass 70 % dieser Viren in die Gruppe der 3C.2a1-Viren einzuordnen sind, während 30 % zum Clade 3C.2a gehören. WHO-Daten mit einer Vielzahl von Immunseren zeigten, dass beide H3N2-Varianten noch ein ähnliches Antigenprofil aufweisen. Daher bleibt der Stamm A/Hong Kong/4801/2014 auch die kommende Saison als H3N2-Komponente im Impfstoff.

Influenza B-Viren

Influenza B-Viren wurden nur vereinzelt nachgewiesen und spielten in 2016/17 keine Rolle. Wie in den vorangegangenen Saisons, so wurden auch in den letzten Monaten wieder beide Linien, die Yamagata- als auch die Victoria-Linie nachgewiesen. Die 47 Influenza B-Viren der Yamagata-Linie sind alle in die genetische Gruppe 3 einzuordnen und zeigen eine gute antigene Übereinstimmung mit dem Referenzstamm B/Phuket/3073/2013. Die 13 Viren der Victoria-Linie gehören genetisch zur Gruppe der 1A-Viren und sind dem Impfstamm B/Brisbane/60/2008 noch sehr ähnlich. In Deutschland hat die Yamagata-Linie dominiert, während in vielen europäischen Ländern beide Linien zu gleichen Anteilen vertreten waren. In vielen Ländern von Südamerika, Asien und Osteuropa dominierte hingegen die Victoria-Linie. Daher wurde empfohlen, die Influenza B-Komponente mit dem Stamm B/Brisbane/60/2008 im Impfstoff für die kommende Saison unverändert zu belassen. Als Yamagata-Komponente für den tetravalenten Impfstoff wurde wieder der Stamm B/Phuket/3073/2013 empfohlen.



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